Sommerzeit – Erntezeit – Dankzeit

Sommerzeit – Erntezeit – Dankzeit

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.“

So lautet die erste Strophe des wunderbaren Liedes von Paul Gerhardt, in dem er in 15 Strophen die Schönheit der Schöpfung einschließlich Tieren und ihres Lebens, sowie die gesamte Wirkung all dessen auf und den Dank in uns Menschen beschreibt.

Mir kam dieses Lied gerade jetzt angesichts der Blumenpracht, die man überall sieht in den Sinn. Der Duft und die herrlichen Farben der Rosen. Die oft so wunderschön mit Blumen zusammen gestellten Balkonkästen erfreuen die Betrachter.

Oder überhaupt jetzt in der Sommerzeit die Früchte an den Bäumen, die wachsen und reifen. So überall die Kirschbäume, deren rote Früchte einladend leuchten. Ebenso können die Gartenliebhaber sich an den frischen Salaten, Gemüsesorten, Kräutern, Johannis- und Stachelbeeren und vielem anderen mehr erfreuen.

Sicherlich gibt es im Garten durch Hacken, Gießen, Unkraut jäten, oder auch manchmal Ungeziefer viel Arbeit, aber die Vielfalt alles des Erzeugten erfüllt doch mit Freude.

In den Feldern stehen die Getreide- und Maisfelder, die noch auf weitere Sonnenstrahlen zur Reife und dann später die Ernte warten.

Doch durch die Hitze – wir haben es schon oft erlebt, auch in diesem Jahr – kann es auch zu schweren Unwettern kommen. In wenigen Minuten können Pflanzen und Obst abgebrochen oder vernichtet werden, Getreidefelder niedergewalzt oder die Körner ausgewaschen sein.

Wie oft richtet sich bei dunklen Wolken der Blick des Gärtners oder des Bauern nach oben.

Obwohl, man darf nicht vergessen, für alles Wachsen und Gedeihen wird Regen gebraucht, aber halt in Maßen. Jedoch gehen nicht immer alle Wünsche in Erfüllung.

Aber es gehört auch noch etwas anderes dazu. So hören und singen wir in einem anderen bekannten Lied: ……“doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand…“

Beide Lieder zeugen von der Vielfalt, die uns in der Natur durch Gottes gute Gaben geschenkt werden.

Und der Liedvers bzw. das Lied „Freuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut“ bringt diese Freude und den Dank, den wir immer neu empfinden dürfen, ganz stark zum Ausdruck, wobei auch in diesem Lied die weiteren Strophen von Gottes Herrlichkeit sprechen. Sparen wir unseren Dank nicht nur für den Erntedankgottesdienst auf, sondern sagen unseren Dank jeden Tag, wenn wir uns an Blumen oder Ernteerzeugnissen (auch wenn wir sie im Geschäft kaufen) freuen.

Loni Neul