Monatsspruch Juli

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,27b-28a

Diese Behauptung stellt Paulus auf. Sie bildet den Monatsspruch für Juli und entstammte einer Rede des Apostels in Athen.

Athen war zur damaligen Zeit eine Metropole der griechischen Bildung, Philosophie und Kunst. Unterschiedliche Weisheitslehren wurden öffentlich vertreten. Jede neue Theorie wurde mit Freude aufgenommen. Zahlreiche Altäre und Götterstatuen zeugten von einer großen Religiosität.

Paulus eröffnet seine Rede mit dem Hinweis auf einen Altar, den die Athener aufgestellt hatten und der dem unbekannten Gott gewidmet war; vermutlich um keinen Gott zu vergessen. „Ich sehe, dass die Furcht vor den Göttern euer ganzes Leben beherrscht,“ so will ich euch nun von diesem unbekannten Gott erzählen. Dann spricht Paulus von dem allmächtigen Schöpfer, der alles gemacht hat, dem Herrn des Himmels und der Erde, der nicht in Tempeln wohnt und nichts von dem bedarf, was Menschenhände erschaffen können.
Er selbst hat allem das Leben und den Atem gegeben, seine Lebenszeit festgesetzt und seine Grenzen bestimmt. Er hat angeordnet, dass alle Völker ihn suchen und finden können.
Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.   

Paulus möchte den religiös interessierten Athenern deutlich machen, dass sie nicht über Gott reden und philosophieren oder ihn zum Objekt ihres Denkens machen können, weil Gott sie umgibt – wie die Luft zum Atmen – mit Leben und Liebe, ihnen täglich begegnet in Menschen und den Werken seiner Schöpfung, in jedem guten Wort und jeder hilfreichen Tat. Paulus möchte sie darüber hinaus einladen, Gott zu suchen, mit ihm zu reden, zu ihm zu beten, weil sie von Gott, durch Gott und zu ihm hin geschaffen sind.

Dahinter steht die Glaubenserfahrung: Solange wir Gott und sein Handeln zum Gegenstand unseres Denkens und Diskutierens machen, werden wir die Kraft und die Zuversicht, die aus dem Bekenntnis zu unserem allmächtigen Gott erwächst, nicht spüren und erfahren. Erst in der direkten Zuwendung zu Gott, im Wagnis des Glaubens und Vertrauens, im Hören auf sein Wort und im Befolgen seines heilsamen Willens, werden wir den Segen entdecken, der darauf liegt.

In dieser Gewissheit grüßt Sie herzlich

Ihre Siglinde Gallus

 

 

Angedacht

Heute geht es um Kommunikation.

Wir feiern Andacht im Namen des dreieinigen Gottes, der auf vielfältige Weise kommuniziert von Angesicht zu Angesicht, in der Kraft seines Heiligen Geistes und durch die Wunder seiner Schöpfung. Amen.

Von der ersten bis zur letzten Seite bezeugt unsere Bibel Gottes grenzenlose Liebe und umfassende Fürsorge, die es zu kommunizieren gilt. Gleichzeitig erfahren wir mit welcher Kreativität Gott immer neue Wege findet, jede und jeden Einzelnen zu erreichen. Durch Gottes Wort, im Gebet, in Träumen und durch die sichtbaren Zeichen seiner Liebe und Treue – Taufe und Abendmahl. Sie lassen uns Gottes Zuspruch spüren: Du bist nicht allein. Ich bin bei dir. Ich begleite dich auf den Wegen deines Lebens – mal spürbar, mal auf verborgene Weise.

Auch uns – wie all seinen Geschöpfen – hat Gott Kommunikationsmöglichkeiten mitgegeben, die wir nutzen dürfen. Die Kommunikationsformen ändern sich von Geburt an bis ins hohe Alter und durch die Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch. Stimme und Sprache, Gestik und Mimik, Schrift und Symbolik, Rauch- oder Leuchtzeichen, Klänge und Düfte ebenso wie Morsezeichen, Briefe, Telefon, Email, Skypen oder Whats App.

Das Ziel bleibt immer das gleiche: Verbindung herstellen und halten, Austausch ermöglichen, Informationen weitergeben, Anteilnehmen und Anteil geben an den eigenen Erfahrungen, Gefühle ausdrücken und Gedanken teilen, Sorgen, Nöte und Fragen aussprechen, Hoffnungen, Sehnsüchte und Erwartungen formulieren. Die Inhalte sind ebenso vielfältig wie die Situationen, in denen Menschen kommunizieren.

In allen Bereichen des alltäglichen Lebens nutzen wir die Kommunikationsmittel in unterschiedlicher Weise. Sie dienen unter anderem der Werbung oder Propaganda, helfen Lerninhalte zu vermitteln oder hilfreiche Impulse zu setzen.

Leider werden unsere Kommunikationsmöglichkeiten auch immer wieder dafür gebraucht, Menschen zu verunsichern, Angst und Schrecken zu verbreiten, andere schlecht zu machen, Menschen zu unterdrücken oder ihnen ihre Freiheit und Würde abzusprechen. Täglich finden wir dafür genügend Beispiele.

Verunglimpfungen und Drohungen finden sich nicht nur im politischen Alltag oder bei kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern haben längst Einzug gehalten in allen Bereichen unserer Gesellschaft bis in die Familien hinein und selbst in der Umgangs-sprache lassen sie sich entdecken.

Auch Verhaltensweisen, bei denen sich einzelne persönliche Freiheiten herausnehmen, die anderen, dem friedlichen Miteinander oder der Umwelt schaden, sind weit verbreitet. Auch als Kirche bilden wir da in vielem keine Ausnahme.

Dabei sollte doch für uns Christen und kirchliche Mitarbeitende die Kommunikation mit all ihren unterschiedlichen Möglichkeiten vor allem einem Ziel dienen:
den Menschen Trost und Hoffnung zuzusprechen, ihnen Gottes Liebe und Treue zu vermitteln, die Freude am Evangelium zu teilen und einzuladen zum Hören auf Gottes Wort und Verheißung. Ganz so, wie es uns die Tageslosung und der Lehrtext vom 14.07.2021 erinnernd ans Herz legen:
Der Herr hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit. (Jesaja 61,1)
Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht also fest und lasst euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft einspannen. (Galater 5,1)

Wir dürfen und sollen uns die Freiheit nehmen, offen darüber zu sprechen, was in Gottes Sinne nicht sein darf, ohne dabei unsere eigene Vorstellung als absolut zu setzen, vielmehr im Werben und Informieren, im Erinnern und Ermutigen und mit ehrlichem Blick auf mögliche Konsequenzen.
Auch dabei können unsere vielfältigen Kommunikationsformen sehr hilfreich sein.

Wo das Beachten von Gottes Geboten und Verheißungen, die Ausrichtung auf sein heilsames Wort und das Tun seines göttlichen Willens unser eigenes Tun und Lassen bestimmen, werden wir sogar selbst zu einer Kommunikationsform, an der andere ablesen, was uns wichtig ist und als heilsam erscheint. So tragen wir dazu bei, das Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit – wie Apostel Paulus es formuliert – oder Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung – wie es die modernen Leitziele beschreiben – unser eigenes Leben, unser Reden und Handeln und die Welt um uns herum spürbar, erfahrbar und nachhaltig zum Besseren verändern.
Tipps und Anschauungsmaterial, positive Beispiele und ausgereifte Modelle lassen sich im Internet, ebenso wie in Büchern, Dokumentationen und wissenschaftlichen Verlautbarungen finden, vor allem aber im Buch der Bücher selbst, unserer Bibel. Orientieren wir uns ans Gottes Liebe und Treue, folgen wir dem Beispiel Jesu, unserem Bruder und Herrn, kommunizieren wir in seinem Sinne oft und vielfältig.

Gut ist es dabei zu wissen, dass wir alle Gedanken und Gefühle, unsere Vorhaben und Versäumnisse jederzeit vor Gott bringen dürfen und ihn darum bitten können, dass er aus allem etwas Gutes wachsen lasse für uns und andere. Gemeinsam beten wir: Vater unser

Segen:
Gottes Segen begleite uns.
Der Herr segne unsere Taten und behüte unsere Wege!
Der Herr erleuchte unsere Gedanken und bekräftige unsere Worte!
Der Herr lenke unsere Entscheidungen und stärke unser Vertrauen!
Der Herr gewähre uns Frieden und schenke uns Gewissheit im Glauben!
So segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.